SOPA ist die Abkürzung für Stop Online Piracy Act (Kürzel H.R. 3261) also zu deutsch ein Bündnis zur Bekämpfung der online Raubmordkopierer. Dieses Gesetz wurde von einem gewissen Lamar S. Smith im US Repräsentantenhaus (Maßgeblich für die Gesetzgebung in den USA verantwortlich) eingebracht und baut auf den bereits früher eingebrachten Gesetzesvorschlägen PRO-IP act und PROTECT IP act auf, der in den Medien als PIPA bekannt ist.
SOPA gilt in den Augen zahlreicher Kritiker als Versuch das Internet zu zensieren und wurde auf Bestreben von Lobbyarbeit in das US Repräsentantenhaus gebracht. Hierbei waren Interessensgemeinschaften wie die Motion Picture Association of America (MPAA) und Recording Industry Association of America beteiligt und gehören zu den lautesten befürwortern des SOPA Gesetzes. Beide sind eine amerikanische Version der GEMA die hierzulande gerne Youtube Videos sperren lässt.
Beschließt das Repräsentantenhaus SOPA und macht es damit zum Gesetz, dann können Unternehmen und das US-Justizministerium gegen Urheberrechtsverstöße im In- und Ausland vorgehen. Die Mittel die durch SOPA den Unternehmen in die Hände gegeben werden, könnten das freie Internet, wie wir es kennen zum schlechten hin verändern.
Der Vorgänger, das PIPA Gesetz, zielte bereits auf das DNS (Domain Name System) ab. Hier wollte man die Einträge von ausländischen Webseiten die gegen amerikanisches Urheberrecht verstoßen aus den DNS Servern löschen lassen und somit die Auflösung einer Domain in die Ziel IP eines Servers unterbinden.
Warum ist SOPA so gefährlich?
In DNS Servern werden die zugehörigen IP-Adressen der Server wie z.B. von www.youtube.de oder Facebook gespeichert. Die IP ist für die eigentliche Abfrage der Webseite unverzichtbar. Ohne den zugehörigen Eintrag auf DNS Servern können diese Dienste von Benutzern die die exakte IP des Youtube Servers nicht kennen, nicht mehr aufgerufen werden.Mit einer DNS Sperre will man verhindern, dass Amerikaner zukünftig auf ausländische Websites (deren Urheberrecht freier geregelt ist als das der USA) zugreifen können. Eine ähnliche Zensur Infrastruktur nutzt China bereits um ihre Bevölkerung vor kritischen Inhalten aus dem Ausland zu „schützen“.
Des weiteren konnte man mit PIPA Finanzdienstleister und Werbenetzwerke (Google, Yahoo, Facebook) zwingen, Geschäftsbeziehungen zu vermeintlichen Webseiten, auf denen es Urheberrechtsverstöße gibt, binnen fünf Tagen abzubrechen. Dies würde nicht nur die finanziellen Transaktionen sondern auch die Inahlte (Artikel, Suchergebnisse und Links) betreffen. Diese müssten dann gelöscht werden.
Wo PIPA angefangen hat geht SOPA noch einen Schritt weiter, denn mit SOPA möchte man nicht erst die Webseiten sperren, sondern bereits beim ISP (Internet Service Provider sind in Deutschland z.B. Telekom, 1&1 oder Alice) überwachen und blockieren. Hierzu müssten dann nicht nur die Seiten protokolliert werden, die ein User aufruft, sondern auch die Inhalte kontrolliert werden und auf mögliche Urheberrechtsverstöße überprüft werden.
Wird ein solcher Urheberrechtsverstoß bemerkt, könnte bereits der Provider den Zugriff auf die Webseite blockieren. SOPA würde es dem US Generalstaatsanwalt ermöglichen, per Gerichtsbeschluss einen Provider zu verpflichten, eine ausländische Internetseite zu blockieren und sogar aus dem Index von Google zu löschen sowie jegliche nötige Maßnahme zu ergreifen, damit die Seite von den aus USA nicht mehr zu erreichen ist. Damit könnte man auch sehr effektiv Unternehmen von der Geschäftstätigkeit im Internet ausschließen.
Die Folge wäre nicht nur eine Totalüberwachung der User, sondern auch eine Zensur des Internets sowie der komplette Verlust der Anonymität.
Die Mehrheit der Internet-User sprechen sich natürlich gegen SOPA und solche Maßnahmen aus, da sie ein Schritt zur Zensur des Internets wären.
Überraschend war jedoch das große Echo der Internetfirmen, denn auch hier macht ein großer Teil gegen SOPA / PIPA mobil. Insgesamt 15 Internetkonzerne, darunter die größten der Branche: Google, Facebook, Twitter, Zynga, eBay, Mozilla, Yahoo, AOL, und LinkedIn, haben in einem offenen Brief an die Mitglieder des US-Senats und das Repräsentantenhaus gegen die Gesetze protestiert und warnen, dass damit Innovationskraft und Arbeitsplätze der Internetbranche gefährdet seien.
Warum ist Wikipedia offline?
Am heutigen Mittwoch (18.01.2012) traten daher mehrere Webseiten in eine Art Streik. Ganz vorne mit dabei: Wikipedia. Wikipedia hat den englisch sprachigen Teil der Wikipedia für 24h vom Netz genommen und gegen eine Seite ausgetauscht die auf die Gefahren die von SOPA/PIPA ausgehen, hinweist.Ebenso hat Google auf den englischsprachigen Seiten ein Doodle eingestellt, welches auf die Gefahren einer Zensurinfrastruktur aufmerksam machen will.
Anonym surfen!
Wer generell gerne unerkannt surfen will, dem empfehlen wir folgende Software:http://hidemyass.com – und schluss ist es mit der Überwachung!















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